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Das limbische System steuert und verarbeitet emotionales Erleben.
Der Neokortex leistet die kognitive Informationsverarbeitung.
Das Reptiliengehirn ( der älteste Teil unseres Gehirns) steuert die lebenserhaltenden Verteidigungsmechanismen auf eine Bedrohung.
Sympathische Überaktivierung (Flucht und/oder Kampf):
Z.B.Tendenz zu Panikattacken oder Angst, übermäßige Aufmerksamkeit
(Hypervigilanz), übertrieben starke Schreckreaktion, Erinnerungssymptome (Intrusionen), Wutausbrüchen, Konzentrationsschwierigkeiten, Manie und Unfähigkeit, sich zu entspannen oder zu schlafen bzw. einzuschlafen.
Parasympathische Überaktivierung (Erstarrung):
Z.B. Depression, Abwesenheit, das Gefühl tot zu sein,
Entfremdungsgefühle, Apathie, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Gefühllosigkeit.

Normalerweise besteht im autonomen Nervensystem eine sanftes reguliertes Fliessen und Übergehen zwischen sympathischer und parasympathischer Erregung und Entladung. Der Parasympathikus entlädt sich automatisch, wenn der Sympathikus sich aktiviert und umgekehrt.
Die sympathisch aktivierte Reaktion besteht aus Kampf oder Flucht und die parasympathisch aktivierte Reaktion aus Erstarrung, das Totstellen. Oft werden diese Verhaltensprogramme durch ein Trauma im Zustand
hoher Aktivierung fixiert. Wenn die Selbstregulierung der Erregung blockiert oder gestört ist, entwickeln sich Traumasymptome. Sie sind für das menschliche System ein Weg, um die nicht abgeleitete Aktivierung zu binden. Ein dereguliertes Nervensystem ist wie ein Auto mit angezogener
Handbremse, bei dem Vollgas gegeben wird. Das Nervensystem wird überaktiviert, wenn es Stimmulierungen ausgesetzt ist, die zu schnell, zu plötzlich und zu stark sind. Das normale Funktionieren wird dadurch unterbrochen. Die Symptome sind vorhersehbar, wenn auch viele verschiedene Ursachen ein und dasselbe Symptom produzieren können.
Im Trauma sind beide Teile des Nervensystems überaktiviert und funktionell aus dem Gleichgewicht. Deshalb muss mit beiden Teilen gearbeitet werden, unter einer Depression liegt Angst und umgekehrt. Allgemein typisch sind die beharrliche Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen (z.B. Vergessen eines wichtigen Aspektes des Traumas u.v.a.) und eine allgemeine Reaktionsstarre. Oft liegt die Begleiterscheinung eines Traumas als Gefühl einer einge- schränkten Zukunft vor: die Person glaubt z.B. nicht an eine berufliche Karriere, Heirat, Kinder oder eine normale Lebensspanne. Diese Symptome unterbrechen den Lebensfluss, indem sie vermeidende und einschränkende Lebensmuster erzwingen. Schreckliche Erlebnisse hinterlassen Spuren im Gehirn, die mit Hilfe des Magnetenzephalogramms sichtbar gemacht werden können. Bei Traumapatienten fallen u.a. an einigen Stellen des frontalen Cortex besonders langsame Hirnwellen mit einer hohen Amplitude auf. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich in diesen Regionen die Neuronen aus der Informationsverarbeitung ausgeklinkt haben. DieTraumatisierung hat die Struktur des Gehirns also sichtbar verändert. Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung treten auf. Unter anderem werden die Gefühle und körperlichen Reaktionen, die in der traumatischen Situation erlebt wurden, schon durch geringe Auslöser immer wieder neu erlebt, so als wären Vergangenheit und Gegenwart eins. Im Gehirn verhält es sich auch dementsprechend: Ein Geschehen wird mitsamt seinem Kontext und chronologischen Ablauf im Hippocampus verarbeitet und gespeichert, während die emotionalen Erlebnisse parallel in der Amygdala gespeichert werden, wo sich die Furcht regelrecht ins Gedächtnis einbrennt. Der Zusammenhang zwischen beiden Elementen – reales Geschehen und Furcht - wird normalerweise durch den frontalen Kortex hergestellt. In Momenten extremer Belastung kann dieses Zusammenspiel jedoch durcheinander geraten. Stresshormone blocken den Hippocampus, das Furchtnetzwerk der Amygdala arbeitet auf Hochtouren und der frontale Cortex ist so stark aktiviert, dass er seine Fähigkeit verliert, die Amygdala zu steuern. Es gelingt daher nicht, das Geschehen chronologisch im Gedächtnis abzulegen, also kann z.B. die Furcht nicht als Teil der Vergangenheit gespeichert werden. Der kleinste Reiz genügt, um sie zu reaktivieren, und die furchtbaren Momente werden ganz real wiedererlebt und nicht als Erinnerung abgelegt.
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